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Interview mit Hans Jürgen Brändle (Entwicklungsleiter von DIE SIEDLER IV)
1. Hast Du den großen Erfolg der Siedler-Saga erwartet?
Hans-Jürgen Brändle (HJB): Als Computerspiele-Entwickler will man natürlich immer einen großen Hit schaffen. Aber Erfolg ist in den seltensten Fällen wirklich planbar. Dennoch, mit DIE SIEDLER haben wir den Zeitgeist voll und ganz getroffen und damals (1993) ein ganz neues Genre geschaffen. Da wir stets auf das Feedback des Siedler-Publikums gehört haben, konnten wir mit jeder Folge die Siedler verbessern. Ganz so, wie es das Publikum von uns erwartet hat.
2. Was ist das Neue am vierten Siedler-Teil?
HJB: Natürlich gibt es viele Neuigkeiten im Spiel. Die neue große Herausforderung für den Spieler ist das „Dunkle Volk“. Es versucht die Siedler-Welt zu vernichten. Ihm genügt es nicht wie anderen Gegnern nur die Soldaten anzugreifen, sondern es will die bunte, belebte Siedler-Welt in eine düstere Ödnis verwandeln. Um gegen diesen Feind erfolgreich zu sein, muss man nicht nur kämpfen, sondern auch eine neue Figur, den Gärtner, ins Feindesland schicken. Der Gärtner macht dann das dunkle Gelände wieder fruchtbar, um dort überhaupt erneut siedeln zu können und somit das Dunkle Volk zurückzudrängen.
Alles in allem haben wir so viele neue Features eingefügt und alte Regeln leicht geändert, dass es unserer Meinung nach zu einem ganz anderem Spielgefühl führt. Wir sind richtig stolz auf unser neues Baby, weil es so viel Spaß macht, zu spielen, und ich denke, das sollten alle ausprobieren.
Dann noch zur Grafik: Da mit der Siedler-Reihe die Begriffe „Wuselfaktor“ und „Knuddelgrafik“ geprägt wurden, haben wir bewusst den Stil der Grafiken beibehalten. Allerdings sind in DIE SIEDLER IV alle Modelle im Detaillevel doppelt so groß wie in DIE SIEDLER III. Alles wirkt lebendiger und spätestens im neuen Zoom-Modus sieht man Details, die es in DIE SIEDLER III noch nicht gab.
3. Wie hat sich der Kampfpart mit Soldaten im Spiel weiterentwickelt?
HJB: Mit DIE SIEDLER IV haben wir eine ausgewogene Balance zwischen dem Siedeln und dem Kampf hergestellt. Nicht die Gold- und Manaproduktion eines Volkes allein bestimmt die Kampfkraft. Vielmehr ist der Ausbaugrad der Siedlung entscheidend. Wir haben bei praktisch allen Regeländerungen und neuen Features darauf geachtet, dass ein Ausgleich zwischen Siedeln und Kämpfen entsteht. Nach Möglichkeit soll derjenige am stärksten kämpfen können, der auch am besten siedelt. Aus dem Feedback unserer User wissen wir, dass viele Spaß daran haben, einfach dem Wuseln der kleinen Siedler zuzusehen, und eigentlich nur schöne Siedlungen aufbauen wollen. Deshalb ist die Kampfkraft der Soldaten nicht mehr über Goldbarren, die mit einem einfachen Wirtschaftskreislauf produziert werden konnten, in die Höhe zu schrauben. Stattdessen bestimmt nun die Größe und Schönheit der Siedlung die Kampfkraft - je mehr und schöner man baut, desto motivierter sind die Soldaten.
Zwar wächst in DIE SIEDLER IV die Bedeutung der Aufbau-Elemente erheblich, aber wir haben natürlich auch den strategischen Teil erneuert. Neben den obligatorischen Schwert- und Bogenkämpfern besitzt nun jedes Volk eine spezielle Kampffigur. Die Römer haben den Heiler, der sich verteidigen kann und verwundete Soldaten heilt. Die Majas haben den Blasrohrkämpfer, der gegnerische Soldaten lähmen kann. Der Axtkämpfer der Wikinger kann sogar Gebäude angreifen. Für alle Völker gibt es noch den Hauptmann. Mit ihm voran kann man Einheiten gruppieren und so besser steuern. Last but not least wird jedes Volk in DIE SIEDLER IV über Kriegsschiffe verfügen.
4. Viele Entwickler kümmern sich immer mehr um die KI – die künstliche Intelligenz der Computergegener. Was hat sich da bei den Siedlern entwickelt?
HJB: Ja, wir haben extra 3 Programmierer, die sich ausschließlich um die Wirtschafts- und Kampf-AI kümmern. Davon erhoffen wir uns deutliche Fortschritte.
5. Inwieweit haben typische Siedlerspieler ihre Anregungen zum Spiel gegeben?
HJB: Wir haben immer einen großen Wert auf das Feedback des Publikums gelegt. Sei es durch E-Mails oder die Foren in unserem BLUE BYTE GAME CHANNEL (www.bluebyte.net). Die Foren haben wir extra etabliert, um einen noch engeren Kontakt zu den Usern herzustellen. Die Anregungen der Fans setzen wir zum Teil sogar eins zu eins um, wie z. B. XYZ
6. Was ist das Geheimnis eines guten Strategiespiels?
HJB: Wichtig ist stets ein einfacher Einstieg in das Spiel. Die Anzahl der Strategiemöglichkeiten muss überschaubar sein, Spaß garantieren und gleichzeitig nicht abschrecken. Der User soll in einem guten Strategiespiel die Komplexität des Gameplays selbst bestimmen – auf diese Weise kommen sowohl Neulinge als auch Profis auf ihre Kosten. In DIE SIEDLER IV haben wir außerdem darauf geachtet, dass alle Völker vom Balancing her ausgeglichen sind.
7. Auch schon in DIE SIEDLER III gab es trotz des Kampfparts keine Gewaltszenen im Spiel. Ist es auch im vierten Teil dabei geblieben?
HJB: Blue Byte vezichtet bewusst Spiele mit expliziten Gewaltdarstellungen. Das gilt insbesondere für DIE SIEDLER, das als Familienspiel für alle Altersgrupppen interessant ist. Unserer Meinung nach garantieren auch gewaltfreie Spiele hohen Spielspaß, denn letztendlich entscheidet hier das Spielprinzip und die Spielidee. Gute Spiele kommen auf jeden Fall ohne dramatische Gewaltdarstellungen aus, die übrigens niemals eine gute Spielidee ersetzen können. |
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| Mit welchen Held spielt ihr am Liebsten ? |
Hakim Abd-Al Sar:
 55.2% (16) |
Kestral:
 13.8% (4) |
Elias:
 10.3% (3) |
Alandra:
 10.3% (3) |
Marcus:
 10.3% (3) |
Thordal:
 0% (0) |
Stimmen: 29 Umfrage beendet! |
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